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Von Ionien nach Kalabrien

Entgegen den Vorhersagen weht am sehr frühen Morgen kein Lüftchen. Aber nur neun Meilen, bis Othonoi. Dann geht’s los, als hätte das himmlische Kind verschlafen und muss nun Versäumtes aufholen. Huijui, nun geht die Post ab. 50 Meilen ganz feines Segeln, bis zum Stiefelabsatz Santa Maria di Leuca. Buonasera Italia! Nach nur acht Stunden fällt in der Bucht vor dem Hafen der Anker.

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Für den langen Schlag nach Crotone am nächsten Tag steht der Wind perfekt, aber 6-7 Knoten mehr als angesagt. Wir fliegen die 70 Seemeilen über den Golfo di Taranto bis an die östliche Kante der Stiefelsohle. Fünf Boote sind in gleicher Richtung unterwegs und bekanntermaßen erfasst uns sofort Regattastimmung, obwohl wir von Segelrennen überhaupt keine Ahnung haben. Aber man zuppelt doch öfter an den Leinen, optimiert was möglich, reibt am Mast, um doch noch ein bissel rauszuholen. Letztlich laufen wir mit gereffter Genua und zweitem Reff im Großsegel stundenlang nicht unter acht Knoten, maximal 9,6. Geht doch Madrugada, alter Schwerlastdampfer. Etmal: 7,5. Und mehr als neun Stunden handgesteuert. Von der Skipperin. Da viel Wind viel Welle bringt, ist für Anke der magenschonendste Platz mit Blick voraus am Steuerrad, das sie dann (außer für einen Toilettengang) nicht mehr aus der Hand gibt. Zudem funktioniert  unser Autopilot immer noch nicht und die starken Böen brauchen schnelles Gegensteuern … Doch da die heldenhafte Skipperin sich weigert Handschuhe zu tragen, hinterlässt die Wildlederummantelung des Steuers Blasen an den Händen. Gratis!

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Crotone ist ganz hübsch, da kann man mal anschlagen. Bemerken möchte ich jedoch, dass wir hier unser weltbestes Gyros gegessen haben. Weder beim Griechen noch beim Italiener oder Araber. Beim Inder!!!

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Nächste Etappe Roccella Ionica. Leider Motorfahrt. Wir haben also nicht umsonst getankt. Aber es ist ruhig, kaum Wellen, sonnig und entspannend. Und wieder 60 handgesteuerte Meilen.

Zu dem Thema sei erwähnt, dass ich – da ich glaubte als Verursacher des Problems den nunmehr 20 Jahre alten Kurscomputer des Autopiloten ausgemacht zu haben – einen solchen Typ (natürlich gebraucht und angeblich geprüft) in Dänemark erstanden habe. Trotz zig Versuchen ist es uns nicht gelungen, das Ding final zu programmieren. Jedoch gehe ich noch immer davon aus, dass der Idiot – wie fast immer – vor dem Computer sitzt und nicht drin.

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In Roccella versacken wir fast zwei Wochen: Relaxen, mehrfach Auto mieten und die kalabrische Umgebung erkunden, mehrfach kalabrische Küche genießen  (was sich besonders lohnt), Blog schreiben, Uwes Hinterrad neu einspeichen lassen (keine Idee, warum die unter meinem Hintern immer brechen …), skurriles Pilzfestival im Bergdorf Mammola, Zahnarztbesuch von Anke wegen dicker Backe (auch skurril), sehr schöne Begegnung mit dem netten deutschen Paar Henning und Sylvia von der Amazing Graze, einer 40er Sirius (zugegebenermaßen ein großartiges Boot! Mit ihr haben wir uns übrigens acht Stunden lang nach Crotone ein sensationelles Rennen geliefert und herrliche Segelfotos und -filmchen voneinander gemacht, und getauscht. Und gewonnen.) Letztlich bleiben wir auch, damit Anke einen knapp terminierten Auftrag abarbeiten kann. Und weil es ein toller Hafen ist.

Typisch für uns, wir trödeln. Da wir aber auf unseren geliebten Äolischen Inseln noch ein paar Tage herumstreunen wollen, das Wetter jetzt im Herbst zunehmend unberechenbar wird und kostspielige Hafenzeiten erzwingt, überreden wir uns zum Aufbruch   –  nach Hause  –  nach Richtung PALERMO.

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Galerie ROCCELLA IONICA

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Galerie GERACE & MAMMOLA

Kalabrien

Galerie STILO

Kalabrien

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Galerie GAMBARIE

Kalabrien – Aspromonte

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