(Wie erwähnt, unterschlagen wir einfach das letzte Winterhalbjahr.)
Es ist mittlerweile ein Running Gag mit Bart. Wenn wir trompeten: „we go east“, ernten wir von unseren Segelfreunden immer höhnische Bemerkungen.
Aber: es ist April, und es wird höchste Zeit den Hafen zu verlassen.
Und nun vollführen wir den Gehorsamkeitssprung: Aufbruch! Tatsächlich ostwärts. Ziel: Griechenland. Dort wollten wir – aus jetzt nicht mehr nachvollziehbaren Gründen – schon vor 4 Jahren sein. Aber Italien kam dazwischen, nicht nur geographisch. Und zwar so sehr, dass wir uns fast nicht mehr vorstellen konnten oder wollten, es zu verlassen (im Besonderen Sizilien).
Um uns den „Rückweg“ abzuschneiden, lehnten wir des Hafenmeisters wiederholte Offerten unseren großartigen, geliebten Liegeplatz in der Palermo-Marina für den kommenden Winter wieder buchen zu können bisher ebenso oft ab. We go east, to Greece! Und Benedetto kichert jedes Mal: HaHa! Winter in Greece …
Nun, der Kompromiss sieht so aus: Winter wieder auf unserem Wassergrundstück am Ende des Pontons im Herzen Palermos und Sommer in Griechenland.
Wir freuen uns auf beides, sehr zufrieden mit der errungenen Lösung.
Gewissermaßen zum Italien-Abtrainieren (und Bunkern italienischer Weine und bevorzugter Lebensmittel. Sicher ist sicher! Denn meine Hirn-Abteilung „Vorurteil“ bietet bislang nur nach Schelllack schmeckender Retsina und Bifteki mit schwarz karierter Grilloptik an) haben wir ja noch gut 300 Meilen italienische Küste und Küche, bis wir in griechische Gewässer eintauchen und uns lokaler hellenischer Kulinarik ausliefern.
(Vorwegnehmend muss ich zugeben, meine wohl gepflegten Vorurteile überraschend rasch und sehr weit über Bord geworfen zu haben!)
Zum Abschied umkurven wir im „Heimat-Hafen“ die beeindruckende „Amerigo Vespucci“, Italiens größtes Segelschulschiff. Und draußen? Kein Wind. Niente! Spiegelglatte See. Vor uns 12 Stunden Motorfahrt bis in unsere Äolische Lieblingsbucht Spiaggia Valle Muria, im Südwesten von Lipari. Erfreulicherweise verkürzt uns die ausgiebige Begleitung einer vergnügten Delfinschule die etwas eintönige Fahrt.
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Den nächsten Stopp am Eingang zur Straße von Messina können wir sehr entspannt ersegeln. Nach sehr unruhiger Nacht stürzen wir uns in die im Augenblick nach Süden laufende Strömung, die uns mit mehr als 10 Knoten durch die berühmte Meerenge treibt. Hier an der engsten Stelle begegnen uns die Schwertfischjäger-Boote mit ihren 30 m langen Auslegern nach vorn und 25 m hohen Aussichtsgittertürmen obendrauf. Der Schwertfisch wird hier tatsächlich immer noch ganz traditionell mit der Lanze gejagt, da sich die Biester vor der Erfindung moderner Kunststoffmaterialien für die Netze mittels ihrer scharfen Schwerter den Weg in die Freiheit freischneiden konnten.
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Passender Wind und viel Strom von hinten schieben uns sehr flott durch die Straße, die das Tyrrhenische mit dem Ionischen Meer verbindet, und bald ankern wir am Stiefelfußballen an der kalabrischen Südküste. Es ist Mitte Mai und das Badethermometer zeigt bescheidene 19 Grad Celsius an, aber wir haben es – den Kältetod verachtend – trotzdem gewagt, ohne Neopren.
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An der mit endlosen und vollkommen menschenleeren Traumstränden gesäumten Küste segeln wir weiter ostwärts. Verweichlicht wie wir mittlerweile zugegebenermaßen sind, verstecken wir uns in Roccella Ionica für vier Nächte vor Gewitterfronten und ungemütlichem Wetter, bevor es entlang der Strandküste weiter geht in die Nacht.
Ein netter Stopp an einem hübschen Ort. Aber ein Tag hätte genügt um Roccella zu durchstreifen und den großartigen Blick vom Burgberg des Castello Caraffa zu genießen.
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Frühlings-Galerie











Na das ist doch mal ein schöner Neuanfang! Weiter so! Grüße aus Århus! Atze & Ute
Wie schön, Ihr Lieben – doppelt schön, weil sich der Sommer in unseren Gefilden gerade verabschiedet…! Genießt das Leben und seid von Herzen bedacht! Eure Miri
Danke für die Grüße.
Wir sind gespannt auf die neuen „Wasserstandsmeldungen“ und freuen uns schon aufs Wiedersehen.
Bis dahin bleib gesund und guter Dinge. Und auch dir wünschen wir die übliche „Handbreit“!
Sei geherzt!
Na jetzt bin ich aber bei euch auch immer auf dem aktuellen Stand! Grüße mir meine Griechen und habt viel Spaß! Liebe Grüße aus der Weltstadt!!!
….. wie schön, dass ihr angespornt von des Bruders literarischen Erzählungen nun auch wieder von Euch zu lesen ist! Handbreit Martin
Ja, was soll man machen …