Die letzte Italienetappe steht an
Die 130 Seemeilen über den Golfo di Taranto bis Santa Maria die Leuca am Stiefelabsatz werden uns diesmal recht lang. Die achterliche Welle ist unangenehm, der Wind steht genau von hinten. Es ist stockfinster und überhaupt nichts zu sehen, was Ankes aufkeimendes Unwohlsein in Seekrankheit verwandelt und sie in die Horizontale zwingt. Erschwerend kommt hinzu, dass unser Autopilot nicht arbeitet. Stundenlang von Hand präzise vor dem Wind zu fahren ohne unfreiwillig in eine Halse zu geraten ist äußerst ermüdend und erfordert höchste Konzentration. Man sieht weder Wellen noch Böen noch die korrekte Segelstellung und starrt ununterbrochen auf die schwach im Dunklen schimmernde Windanzeige. Sich ab und an zu verkursen lässt sich nicht verhindern. Selten haben wir „Madrugada“ so herbei gesehnt. (Der Name bedeutet auf spanisch/portugiesisch: Morgendämmerung; die Stunden kurz vor dem Sonnenaufgang. Darüber hinaus ist es auch der Name einer von uns verehrten norwegischen Rockband.)
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Die Marina von Leuca meldet wider Erwarten eine volle Belegung, weshalb wir Madrugada für die diese Nacht am eigenen Anker im Vorhafen parken. Am kommenden Morgen finden wir einen Platz längsseits an der kostenfreien kommunalen Pier. Fünf lange Tage harren wir hinter der fünf Meter hohen Wellenbrechermauer aus bis das Wetter ein erträgliches Überqueren zu den nördlichen Ionischen Inseln anbietet. Weil die Marina angeblich noch immer voll besetzt ist legen sich Willem und Astrid, ein entspanntes holländisches Paar, an uns ins Päckchen und warten ebenfalls. Da hinter uns regelmäßig größere Fischerschiffe entladen werden, beschließen Willem (Astrid verabscheut Fisch) und wir einen Thun zu erwerben, worauf wir uns nur einlassen, weil Willem als ehemaliger Fischer der Auskenner in Sachen Fisch ist und das Bürchschen fachgerecht zerlegen kann. Zwei Tage stehen nur allerfeinste Thunfischgerichte auf unserer Bordspeisekarte. Obendrein haben wir vier große Gläser Thun in Öl eingeweckt. So köstlich es auch war, unser Thunfischappetit hält sich noch immer zurück.
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Zu Leuca möchte ich noch sagen, dass es ein entzückender kleiner Ort ist, mit tollen Bars, sehr netten kleinen Geschäften und überraschend vielen, architektonisch sehr interessanten alten Villen; möglicherweise auf dem Weg sehr neureich und zu schick zu werden. Über „Ondine“, die vor uns an der Pier ausharrt und die wir auf Korfu wiedertreffen werden, berichte ich im nächsten Beitrag.
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So. Sei`s drum. Am 27. Mai, drei Wochen nach unserem Aufbruch, rasselt der Anker nach einem herrlichen Segeltag in der Südbucht von Errikousa, der nördlichsten der Ionischen Inseln nieder. Wir sind da. Haha! We did it! Welcome to Greece!
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Frühlings-Galerie II
Kapernblüten






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Anke, Deine Fotos sind großartig. Wir sind gespannt wann Ihr aufgeholt habt. Liebe Grüße aus Kloster! Atze und Ute
Danke Atze!!! Das freut mich wirklich sehr.
Mit dem Aufholen dauert es noch etwas, aber wir sind dran