Nach knapp 2 Monaten in Deutschland mit Familiennachwuchs, Ausbauarbeiten und Entspannen im deutschen Sommer sind wir Ende August zurück am Schiff. Das hat die Zeit an Land offensichtlich gut überstanden, ist mal richtig ausgetrocknet, hat ein paar Reparaturen (z.B. Wechseln der Ruderschaftdichtungen) und Routine-Wartungsarbeiten an Motor und Generator über sich ergehen lassen und wartet mit frisch poliertem Rumpf darauf in sein angestammtes Element zurückzukehren und sich in den Gewässern der 1000 Blautöne auszutoben. Was das Austoben angeht, sind Skipperin, Skipper und Schiff vermutlich nicht immer einer Meinung.
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Aber bevor wir vor San Giorgio vor Anker gehen, zischen wir nochmal nach Lipari und lassen in der zauberhaften Lieblingsbucht Valle Muria für zwei Tage die Seele baumeln.
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Die nächsten Tage sollen ruhig werden, weshalb wir vor San Giorgio an der flachen ungeschützten Küste ankern können. Wir wollen Freunde besuchen. Stefano und Pia – unsere Winternachbarn aus Palermo – bewohnen hier ein Appartement und auch Stefanos Verwandtschaft nennt seit Jahrhunderten weitläufige Ländereien in dieser Gegend ihr Eigen. Sein Cousin Andrea betreibt hier direkt am Strand auf altem Familienlandbesitz ein ausgedehntes Bungalowdorf nebst Campingplatz, und beherbergte uns bereits anlässlich unseres Besuches hier im Februar wie auch diesmal aufs großzügigste. Der Empfang ist herzlich, Stefanos Freunde gehören natürlich zur Familie. Wir sind eingeladen, werden versorgt und können unsere sich seit Aufbruch in Palermo vor 4 Monaten stapelnden Wäschebeutel abarbeiten.
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Dann kündigen die Wettervorhersagen Ungemütliches an. In ein paar Tagen werden wir einen schützenden Hafen brauchen. Aber es bleibt Zeit auf dem Weg nach Portorosa, um in der gut geschützten lagunenartigen Bucht von Tindari, unterhalb der hoch auf den Felsen thronenden riesigen Wallfahrtskirche, zwei Tage zu verweilen.
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Den Platz in Portorosa hat uns Stefano besorgt. Der Bursche ist auf Sizilien bekannt wie ein bunter Hund und scheint flächendeckend vernetzt zu sein. Jedenfalls bekommen wir ein Drittel der (üppigen) Hafengebühren erlassen. Das kommt uns in der Tat sehr entgegen, denn der anhaltende Mistral zwingt uns zu ungeplantem 6-tägigen – und damit kostspieligem – Aufenthalt. Da aber alles auch seine guten Seiten hat werden wir kurzerhand in Pias Haus nach Castanea in der Nähe von Messina eingeladen. Das bringt mit sich, dass wir Pias Familie kennenlernen, einige Kochkurse in ihrer Küche belegen, Ausflüge nach Messina, Taormina und in die Umgebung machen und nachts um 2 Uhr mit der Unterstützung notwendiger Mengen Rotwein versuchen, die Untiefen der italienischen Grammatik singend zu ergründen. Wie wunderbar.
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Aber eigentlich wollten wir schon lange am anderen Ende der Insel sein. Deshalb muss es nun etwas schneller gehen auf dem Weg gen Westen. Für Cefalu nehmen wir uns jedoch noch einmal für zwei Nächte Zeit, wie schon im Mai, auf dem Weg zu den Äolischen Inseln. Natürlich geht es sehr touristisch zu, aber es ist immer wieder einen Besuch wert.
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In zwei Etappen (Nachtstopp an der Isola delle Femmine) ziehen wir dann durch nach San Vito Lo Capo, dem nordwestlichsten Hafen Siziliens. Und Trara: Wir treffen unsere lieben Freunde Amaia und Flavio wieder, (natürlich nicht zufällig). Unser pflichtgetreuer Versuch uns möglichst bald im Hafenbüro anzumelden, scheitert insofern, als der Hafenmeister und seine Jungs dabei sind, einen riesigen Topf mit Pasta zuzubereiten. Um die improvisierte Tafel sitzen mindestens 20 Leute. Gäste, Freunde, Familie. Uns werden sofort Stühle besorgt und wir werden ebenso wie alle, die noch zufällig oder weniger zufällig aufkreuzen auf das Köstlichste versorgt. Wie von Zauberhand tauchen immer neue Getränkeflaschen auf. Auf meine vorsichtige Nachfrage wieviel wir für das Gelage in die Kasse tun sollen, ernten wir erst einen fragenden Blick und darauf ein ablehnendes Kopfschütteln. Und wieder stellen wir fest, Gastfreundschaft können sie, die Sizilianer.
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Die Zeit bis zu den Abendveranstaltungen im Rahmen des derzeit stattfindenden internationalen Couscous-Festivals müssen wir jedoch für eine ausgiebige Siesta nutzen.
Für den nächsten Tag verabreden wir uns mit den Freunden von der Bolero zum gemeinsamen Segelausflug nach Scopello. Es ist einsam, die Natur erinnert stark an Island. Vorübergehend parken wir die Schiffe vor der alten Thunfischfabrik auf steinigem Grund, was nur geht, weil man den Anker auf 15 Meter Tiefe gut sehen und platzieren kann, schnorcheln und entspannen. Noch zwei Tage treiben wir uns in der Gegend herum, bis es uns zurück in die tief türkisfarbene Ankerbucht vor dem Hafen von San Vito zieht, von wo aus wir nach Favignana, der größten der Ägadischen Inseln, aufbrechen wollen. Morgen!
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Portorosa – Castanea mit Pia & Stefano – Taormina
























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Cefalù











































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Von Cefalù bis San Vito lo Capo – Siziliens Nordküste














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Scopello – ehemalige Tonnara












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herrliche bilder! sehnsucht nach euch und nach dem meer!
seid lieb umarmt von none.